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netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Michael Künstle
MA Musik, MA Komposition / Theorie
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An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

„Im Dunkeln“ von Marcel Gisler. Ein Spielfilm über die Öffnung des Psychiatrie-Wesens der Schweiz in den 1970er-Jahren.
„Orchestral Spaces“: eine räumliche Klangforschung, anstossfinanziert vom „Get Going!“-Beitrag der Fondation Suisa.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Neue oder ungewöhnliche musikalische Lösungen zu finden mit höchstem klanglichem Anspruch in der performativen und technischen Umsetzung.
Im Speziellen in der Filmmusik:
Der hochpräzise, dramaturgische Einsatz der Musik auf die zu erzählende Geschichte und den Bildschnitt. Musikalische Übersetzung der Vision des Regisseurs und Verschmelzung mit meiner Perspektive.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Komponist

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Ein Workshop mit David Angel, einem Old-School-Komponisten aus Los Angeles, der lange Zeit als Orchestrator für John Williams tätig war. Seine Lektion war: „Um Geschwindigkeit im Komponieren zu erlangen, musst Du Deine kompositorischen Entscheidungen langsam und wohl überlegt setzen.
Was er damit gemeint hat, ist, dass man sich als Komponist der Wirkung jeder noch so kleinen musikalischen Entscheidung bewusst werden muss, um sie im Rahmen eines grossen Projekts präzise einsetzen zu können. Sein Beispiel war ein melodischer Ganzton-Schritt nach oben (von c nach d). Wir haben zwei Stunden darüber gesprochen.
Ich versuche jeden Tag, die Wirkung meiner kleinsten musikalischen Entscheidungen zu begreifen und sie zu meistern.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Projekt-Management. Konzeption von grösseren Formen.
Aufnahme-Technik und Producing.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Nikola Tesla

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Mich interessieren alle möglichen musikalischen Strömungen und vor allem deren Vermischung. Ich möchte noch intensiver an Crossover-Ideen arbeiten - in Verbindung mit anderen Medien, aber auch als eigenständige Musik.
Auf der Schnittstelle von räumlicher Komposition und deren technischen Umsetzung werde ich weiter forschen, vor allem in Zusammenarbeit mit Daniel Dettwiler, meinem Tonmeister und langjährigen Arbeitspartner. Ebenfalls möchte ich vermehrt Live-Projekte im Crossover-Bereich verwirklichen