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netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Petra Köhle, Nicolas Vermont
MA Fine Arts
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An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Wir arbeiten an einigen Projekten gleichzeitig. Eine der Arbeiten beschäftigt sich mit dem Filtersystem von Cokin und dessen Verbindung zur Landschaftsmalerei. Die Arbeit entsteht im Zusammenhang mit einer Ausstellung im Kunsthaus Aarau in der wir uns mit historischen Werken der Sammlung beschäftigen.

Ein Langzeitprojekt, an dem wir arbeiten heisst "It depends entirely upon the hue of the lighting". Die Arbeit basiert auf zwei Gesprächen mit der Fotografin Rosmarie Nohr. Diese bildeten die Ausgangslage für ein Skript, das wir bisher in verschiedenen Museen in der jeweiligen Landessprache mit ortsansässigen Schauspielern_innen verfilmt haben. Bereits realisiert sind Versionen in deutsch (Kunsthalle Baselland), französisch (Centre Pasquart in Biel) und litauisch (National Gallery, Vilnius). Im Museum blieb dabei jedes Mal das Setting als Installation stehen und die bereits abgedrehten, vorhergehenden Versionen auf Monitoren gezeigt. Die lettische Version ist für diesen Herbst im KUMU in Tallinn geplant.

Bald sollte ausserdem eine erweiterte Version der Publikation "Albert’s Guesthouse", die ursprünglich als Edition in kleiner Auflage gedruckt wurde und vergriffen ist, als Taschenbuch erscheinen.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Neutral bewertet, würden wir „Qualität“ als eine "bestimmte Eigenschaft" bezeichnen. Den Begriff als positives Werturteil verstanden, würden wir sagen, Stringenz und Radikalität innerhalb der Arbeit. Dagmar Reichert hat einmal in einem Vortrag bei les complices gesagt, für sie sei ästhetisches Vergnügen das Gefühl, aus einer Ausstellung zu kommen und das Gesehene/Gehörte auch gleich machen zu wollen. Das würden wir allem voran als Qualität einer Arbeit bezeichnen.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Künstlerin oder Fotografin

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Wir haben beide die ehemalige Fotoklasse abgeschlossen und etwas später den Master of Fine Arts gemacht. Was wir an beiden Ausbildungen geschätzt haben, war die offene Ausbildungsstruktur. Diese ermöglichte uns, die eigene Arbeit zu entwickeln und konfrontierte uns mit der Leere und Ungewissheit, die auch heute noch jeden Prozess begleitet.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Wir hatten in den letzten Jahren die Gelegenheit vier Künstlerpublikationen in der edition fink zu realisieren. Die Zusammenarbeit mit dem Verleger Georg Rutishauser war prägend und hat uns mit dem Medium Buch und seinen ihm eigenen Funktionsweisen vertraut gemacht. In den letzten Jahren wurden Druckerzeugnisse Teil unserer Arbeiten und waren sowohl als eigenständige Arbeiten als auch als Teil von Installationen präsent. Das Arbeiten an Publikationen sowie Besuche und performative Interventionen an der Printed Matter, New York Art Book Fair, haben dazu beigetragen, das Verständnis gegenüber Künstlerbüchern und Druckerzeugnissen weiter zu differenzieren.

Ein anderes Gebiet, in dem wir viel dazugelernt haben, ist die Lehre und Forschung an Kunstuniversitäten.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Master Egami. Er führte die Tradition von "Karate is not Sport, but Budo" von Master Funokoshi weiter. Master Egami ist 1981 verstorben und war Lehrer von Kiroku Fukotome, meinem Karate Master.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Wir wünschen uns, die Aufmerksamkeit weiter zu schärfen, genauer zu werden, radikaler und leichter. Das gilt für die Arbeit sowie für den ganzen Rest.