Prix_netzhdk_titel

netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Noa Stemmer-Holtz
MA Design, Kommunikation
Noa_Stemmer
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Ich arbeite bei einem Start-up namens Sanovation an einem Projekt mit, welches CatchMyPain heisst. Dies ist eine intelligente Schmerztagebuch App um Schmerzen zu visualisieren und deren Verlauf zu verfolgen. Sie hilft einerseits dem Patienten, seine Schmerzen besser zu verstehen, darüber zu kommunizieren und den Therapieerfolg zusammen mit dem Arzt oder Therapeuten zu überprüfen. Anderseits wird durch die anonym gesammelten Daten auch die Forschung in der Schmerzmedizin unterstützt.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Mein persönlicher Qualitätsstandard im Bereich Design verlangt, dass die Resultate nützliche Lösungen für wahre Probleme bieten. Dies bedeutet, dass bei der Ideenfindung, der Entwicklung des Produktes und der Überprüfung der Resultate stets ein Dialog aufrecht erhalten werden soll mit dem Benutzer, und ein offenes Ohr bestehen bleibt für dessen Wünsche und Bedürfnisse.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Ich schreibe, dass ich bei einem Start-up arbeite. Ich sehe dies als kurze Beschreibung für "ich beschäftige mich ein bisschen mit allem - Gestaltung, Forschung, Marketing und so weiter - und eigentlich sieht jeder Tag anders aus. Ich kann mich also nicht auf nur eine Berufsbezeichnung festlegen."

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

"Man kann noch so viel theoretisieren - sobald man in die Praxis geht, ändert sich das Bild."

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Schmerztherapie und Umgang mit Schmerzpatienten. Es ging zwar bei meiner Masterarbeit bereits um die Visualisierung von Schmerzen und ich hatte dabei bereits erste Kontakte mit Patienten. Aber erst seit ich nach dem Studium so intensiv mit chronischen Schmerzpatienten zu tun habe, lernte ich, inwieweit dieses für mich so spannende und bereichernde Thema anderen Menschen das Leben schwer macht und was es tatsächlich für den Alltag bedeutet.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Tim Minchin. Er bringt mir die Freude zurück, über Themen zu philosophieren, die ich eigentlich als "durchgekaut" bereits abgeschrieben hatte: Rassismus, Feminismus, Elitarismus, Atheismus... durch seine humoristischen intelligenten Texte ist es eine Freude, seine starke Ideologie zu hören, zu überdenken, zu zitieren, zu bestreiten und sich selber neue Gedanken zu machen.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Meinen Bachelor hatte ich in den Sozialwissenschaften gemacht, den Master in Design und nun arbeite ich bei einem Start-up. Die Kombination zwischen kopflastiger und praktischer Arbeit, zwischen Analytik und Ästhetik, zwischen rationalem und emotionalem Handeln gefällt mir sehr. Diese Richtung habe ich eingeschlagen und möchte sie unbedingt auch weiter beibehalten.