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netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Lars Dölle
MA Musik, Tonmeister
Lars_d_lle
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Derzeit arbeite ich an einem Mastering für eine DVD und eine CD des Muscials Verona300, das ich im Mai dieses Jahres live gemischt habe.

Und ich freue mich auf zwei CD Produktionen: Im August gehe ich für 3 Tage mit der Band "Janetts Jazzmusik-Baukasten" ins Hardstudio Winterthur für die Produktion ihres neuen Albums. Des Weiteren ist eine Produktion mit der Formation "Ikarus" um den Schlagzeuger Ramón Oliveras, ebenfalls im Hardstudio geplant. Letztere Aufnahme wird vom Radio unterstützt und vom Pianisten Nik Bärtsch produziert.

Darüber hinaus bereite ich gerade zusammen mit meinen Kollegen der 3D Audio Forschungsgruppe am ICST (Institute for Computer Music and Sound Technology) die Fachtagung "Spatial Audio" in Helsinki im August vor.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Qualität bedeutet für mich die Wünsche und Anliegen meines Gegenübers zu verstehen und bestmöglich darauf zu reagieren. Mein Mentor Andreas Brüll sagte einmal "Wir verkaufen Lösungen!" - darum geht es. Meine Kunden bekommen Lösungen zu ihren Anliegen, ohne dass sie den Aufwand zur Lösungsfindung spüren sollen.

Mir ist auch die Transparenz bei der Arbeit mit meinen Kunden sehr wichtig. Um die Qualitätssicherung zu gewährleisten, versuche ich mit offenen Ohren durch die Welt zu gehen und meine Arbeit permanent mit aktuellen Entwicklungen in meiner Branche zu vergleichen.

Darüber hinaus versuche ich aktiv Musik zu spielen- sowohl am Klavier als auch als Sänger und Arrangeur in meiner A Cappella Formation "MundArt".

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Tonmeister

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Schwer zu sagen. Ich denke, dass mir die Summe der verschiedenen Lektionen weiterhilft. Am meisten Einblick in den Berufsalltag eines Tonmeisters bekam ich im Fach "Musikübertragung" bei meinen Dozenten Andreas Brüll und Andreas Werner.

Aber auch die musikalische Ausbildung in den Fächern Gehörbildung, Klavier oder Musiktheorie hilft mir bei meiner täglichen Arbeit.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Wenn es um die fachliche Seite geht, habe ich im Bereich Live-Beschallung seit Abschluss meines Studiums am meisten dazu gelernt. Dieser Bereich wird im Studium nur am Rande behandelt, ist aber aktuell in meiner selbstständigen Tätigkeit einer der wichtigsten Arbeitsfelder.

Einen grossen Schritt konnte ich auch in meiner persönlichen Entwicklung machen. Seit Abschluss meines Studiums habe ich viel im Umgang mit meinen Kunden dazugelernt. Aber auch die Organisation und Administration meiner Selbstständigkeit konnte ich deutlich verbessern.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Es gibt viele Persönlichkeiten, die mich faszinieren. Während meiner Masterarbeit habe ich mich intensiv mit Michael Jackson auseinander gesetzt. Auch wenn die Figur Michael Jackson eine tragische ist, faszinieren mich sein Wirken und seine künstlerischen Fähigkeiten sehr.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Um ehrlich zu sein, bin ich mit der derzeitigen Mischung aus Live-Arbeit, Studioproduktionen und wissenschaftlicher Tätigkeit an der Hochschule sehr glücklich. Zum einen kann ich die Arbeit sehr flexibel verteilen. Zum anderen lerne ich in jedem der drei Bereiche etwas dazu, was ich im jeweils anderen Bereich einbringen kann.

Um wirklich gut in einer Sache zu werden, braucht es Zeit. Insofern wäre mein grösster Wunsch, weiterhin den Weg gehen zu können, den ich nach dem Studium eingeschlagen habe.