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netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Benjamin Wiederkehr
BA Design Interaction Design
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An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Interactive Things, das Design Studio, das Team von Gestaltern, die Unternehmung. All dies war über die letzten Jahre hinweg, und ist nach wie vor, mein grösstes und wichtigstes Projekt. Die Arbeit hier beinhaltet für mich nicht nur fachliche Mitarbeit an einer Vielzahl von individuellen Projekten für unsere Kunden, sondern gleichzeitig der Aufbau, die Führung und die Betreuung von einem Kollektiv aus mittlerweile 12 Menschen.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Neben den vielen Ansprüchen an die inhaltliche, gestalterische und technologische Güte eines Produktes, suche ich nach einer hohen Qualität im Prozess der Erarbeitung. Mit einem benutzerzentrierten Arbeitsprozess gelingt es uns, Dinge zu konzipieren, zu gestalten und umzusetzen, die passgenau für den Kontext der Anwendung und den Anwender, also den Menschen selbst, geschaffen sind. Ein guter Prozess, gesteht dem Gestalter Freiheiten zu. Freiheiten um zu experimentieren, zu dokumentieren und zu reflektieren. Ich bin überzeugt, dass ein solch konstruktives Arbeiten einen sehr grossen, positiven Einfluss auf die Qualität des Arbeitsresultates haben wird.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Ich schreibe einfach «Designer». Mir gefällt die Ambiguität dieser Bezeichnung. So kann ich je nach Person, der ich es erklären muss, die geeigneten Worte wählen um es genauer zu beschreiben. Benutzerzentriert eben.

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Viel harte Arbeit führt zu einem soliden Erfahrungsschatz, der dich fachlich und persönlich weiter kommen lässt.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Uff, da gibt es so wahnsinnig vieles. Schreiben, Sprechen, Präsentieren, Entscheiden, Verhandeln, Bewerben, Anwerben, Betreuen, Führen, Delegieren. Doch ich denke, der Bereich über den ich in den letzten Jahren das meiste dazugelernt habe, ist die Organisation, Dokumentation, Kommunikation und Publikation von unserer gestalterischer Arbeit. Aufgaben, die einem während dem Studium als langweilig, unnötig, zeitraubend vorkommen mögen. Aufgaben, die wir manchmal nur zu gern übersehen. Diese Arbeitsschritte wurden für mich instrumentell, um ein Umfeld zu schaffen, in dem das Zusammenarbeiten leicht fällt, Spass macht, und dadurch grossartige Kreativität zulässt.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Da kommt mir als erstes Elon Musk in den Sinn. Das scheint mir weder besonders originell, noch besonders naheliegend und somit eine gute Wahl für mich. Elon’s Denken und Handeln beeindrucken mich sehr. Seine Aufmerksamkeit für die langfristige Vision, zeitgleich sein Fokus auf die präzisen, kleinen Schritte auf dem Weg dahin, sowie sein Engagement für das Team an seiner Seite, sind bemerkenswert. Sei es nun für Tesla, Solar City oder Space X. Klingt bisschen nach Werbung. Aber wenn, dann für den Menschen und nicht die Firmen. Obwohl, Weltraumraketen sind halt schon was Feines.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Die letzten Jahre waren für mich eine Zeit der fachlichen Weiterentwicklung. Die Gestaltung von Visualisierungen und Interfaces war das Zentrum meiner Aufmerksamkeit und ich konnte in der Zusammenarbeit mit Experten lernen und reifen. Das Gelernte und Erfahrene mitzuteilen und weiterzugeben scheint mir ein wichtiger nächster Schritt. Ich versuche ein besserer Betreuer für unsere Praktikanten, ein besserer Berater für unsere Partner, ein besserer Ansprechpartner für unsere Teammitglieder zu werden. Das soll nicht heissen, dass ich ausgelernt hätte. Ich denke und hoffe, das werde ich nie haben. Jedoch lernt man im Mentorat mindestens ebenso viel, wie diejenige oder derjenige, den man betreut.