Kunstgewerbeschule Zürich, Schule für Gestaltung und Hochschule für Gestaltung und Kunst

Kunstgewerbeschule Zürich, Schule für Gestaltung und Hochschule für Gestaltung und Kunst

1875 wurde das Kunstgewerbemuseum Zürich, das heutige Museum für Gestaltung, gegründet. 1878 kam die Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich dazu. Der erste Sitz der Schule war an der Friedensgasse in der Nähe des Bahnhofs Selnau, und 1898 übersiedelte die Schule erst ins neu erbaute Landesmuseum und 1934 ins eigens erbaute Gebäude an der Ausstellungsstrasse, wo sich noch heute das Museum für Gestaltung befindet.

Die Kunstgewerbeschule wurde von einer Anzahl international anerkannter Persönlichkeiten geprägt. Darunter die Direktoren Jules de Praetere, Alfred Altherr sen., Johannes Itten und Hans Fischli. Im Lehrkörper finden wir unter anderen Sophie Taeuber-Arp, Wilhelm Kienzle, Ernst Keller, Hans Finsler, Walter Willimann, Elsie Giauque, Walter Binder und Willy Guhl. Insbesondere in den Bereichen Textil und Mode, Grafik, Typografie und Schrift sowie in der Fotografie hat die Kunstgewerbeschule seit den 1920er-Jahren wesentliche Pionierarbeit geleistet und einen nachhaltigen Einfluss auf die internationale Gestaltungsszene ausgeübt.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden neue Fachklassen gegründet, so etwa Wissenschaftliches Zeichnen, Innenarchitektur und Produktgestaltung und Modegestaltung, sowie ein Pilotkurs für Film angeboten. Zu dieser Zeit wirkte eine neue Generation von Lehrkräften wie Hansjörg Mattmüller und Serge Stauffer im Vorkurs oder Josef Müller-Brockmann und später Ruedi Bircher, Herrmann Eggmann und Ernst Hiestand in der Grafik, Robert Haussmann in der Innenarchitektur, Franco Clivio in der Produktgestaltung, Christoph Göldin im Wissenschaftlichen Zeichnen und Bärbel Birkenbach in der Mode.

Hansjörg Budliger, Rektor von 1975 bis 1990, benannte 1984 die Kunstgewerbeschule in Schule für Gestaltung Zürich um und führte 1987 die Reorganisation zur Höheren Fachschule durch. 1984 wurden die ersten Kurse in Informatik angeboten und 1989 das erstes Computeratelier gegründet. Ab 1996 wurden erste Forschungsprojekte initiiert sowie 1997 die Fach- und Weiterbildungsklassen in Studienbereiche umbenannt. Im Zuge der Veränderungen in der Bildungslandschaft der Schweiz wandelte sich die Schule von einer Berufsschule zu einer Fachhochschule, und so entstanden erst die Höhere Schule für Gestaltung Zürich und im Jahr 1998 die Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich HGKZ.


Quellen:
https://museum-gestaltung.ch
Strukturveränderungen der HGKZ/MfGZ von 1878–2002, Hg. Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, 2002
Den Künsten eine Zukunft, Hg. Hans-Peter Schwarz, Zürich, 2007