Kunstgewerbemuseum, Museum für Gestaltung

Das Kunstgewerbemuseum Zürich wurde 1875 an der Friedensgasse gegründet, zwei Jahre vor der Kunstgewerbeschule. Die Sammlung vorbildlicher Objekte war Teil der didaktischen Prinzipien dieser Zeit, und so wurde erst gesammelt, ausgestellt, und in der Folge konnte das Ausbildungsinstitut, die Kunstgewerbeschule, ihren Betrieb aufnehmen.

Ab 1898 waren die Kunstgewerbeschule und das Museum im neu erbauten Landesmuseum angesiedelt. Es ist schwer vorstellbar, aber in den neugotischen Räumen des Landesmuseums wurden so zukunftsorientierte Ausstellungen wie «Das neue Heim» (1926) oder die «Russische Avantgarde» (1929) präsentiert. 1933 bezogen das Museum und die Schule das inzwischen denkmalgeschützte Gebäude von Adolf Steger und Karl Egender an der Ausstellungsstrasse, ein Bauwerk, das zu den ersten Beispielen des Neuen Bauens der Schweiz gilt.

Das Museum wird seit 1985 Museum für Gestaltung genannt und ist seit 2007 sowohl an der Ausstellungsstrasse wie auch im Toni-Areal mit zwei Standorten vertreten. Seine Sammlungen vereinen über eine halbe Million Objekte in der Plakat-, Design-, Grafik- und Kunstgewerbesammlung und sind von internationaler Bedeutung.

Mit dem Anspruch, nicht einfach Designgeschichte zu verwahren und zu präsentieren, sondern auch eine Plattform für gegenwärtige Diskurse zu bieten, versteht sich das Museum als aktiver Teil der Zürcher Hochschule der Künste und erfüllt damit seinen Zweck auf aktuelle Art und Weise, wie er bereits 1875 vorausschauend definiert worden war. Seit 2019 gehört zudem auch der Pavillon Le Corbusier zum Museum für Gestaltung.


Quellen:
https://museum-gestaltung.ch
Strukturveränderungen der HGKZ/MfGZ von 1878–2002, Hg. Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, 2002
Den Künsten eine Zukunft, Hg. Hans-Peter Schwarz, Zürich, 2007