Konservatorium und Musikhochschule Winterthur

Das Konservatorium Winterthur geht auf die 1875 gegründete Musikschule des Musikkollegiums zurück und gehört zu den traditionsreichsten Musikschulen der Schweiz.

Die Entwicklung der Schule in Winterthur ist eng mit Werner Reinhart (1884–1951) verbunden, der die Schule grosszügig unterstützte und durch seine Verbindungen mit der internationalen Musikszene in direktem Kontakt inspirierte. Er förderte und unterstützte bekannte Musiker wie Clara Haskil, Alma Moodie, Ernest Ansermet, Hermann Scherchen, Adolf und Fritz Busch oder Komponisten wie Othmar Schoeck, Igor Strawinsky, Paul Hindemith, Arthur Honegger, Alban Berg oder Anton von Webern, aber auch bildende Künstler und Schriftsteller. Sein Wohnhaus Rychenberg in Winterthur vermachte er 1951 dem Musikkollegium als Musikschule. In den 1950er-Jahren wurde eine Berufsabteilung gegründet und die Schule hiess fortan Musikschule und Konservatorium Winterthur. Um genügend Platz zu schaffen, wurde 1967–1969 nach einer Volksabstimmung im Rychenbergpark zusätzlich zur Villa ein Neubau erstellt, wodurch noch bessere Rahmenbedingungen für eine erstklassige Musikausbildung geschaffen wurden.

In Winterthur lehrten eine ganze Anzahl herausragender Dozenten. Willi Gohl leitete die Winterthurer Schule von 1959 bis 1986 und war ein grosser Erneuerer des Gesangs. Von ihm und Anne Diekmann stammt das «grosse Liederbuch», illustriert von Tomi Ungerer. Klaus Wolters war wesentlich an der Entwicklung der Musikpädagogik beteiligt, und Fritz Näf lehrte anfänglich Sologesang, leitete ab 1986 erst das Konservatorium in Winterthur und dann bis 2002 die neu geschaffene Hochschule für Musik und Theater HMT.

Die wohl berühmteste Dozentin ist Aida Stucki. Sie war in gleichem Masse eine begnadete Solistin und Kammermusikerin wie eine der gesuchtesten und erfolgreichsten Violinpädagoginnen Europas. Bereits 1948 nahm Aida Stucki ihre Lehrtätigkeit in Winterthur auf, 1992 wurde eigens für die bereits 71-jährige Violinistin eine Meisterklasse geschaffen – Frucht einer insgesamt 47-jährigen erfolgreichen Unterrichtstätigkeit.

Aus dieser intensiven Tätigkeit resultierten zwei Generationen ausserordentlicher Künstler, unter ihnen Ursula Bagdasarjanz, Anne-Sophie Mutter, Matthias Enderle, Susanne Frank, Francesco Borali, Manrico Padovani, Mirjam Tschopp, Markus Wieser und Anna Lindal.


Quellen:
https://www.musikkollegium.ch/de/ueber-uns/verein-musikkollegium-winterthur/konservatorium
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Reinhart
https://www.aida-stucki.com/index.php?go=bio
Den Künsten eine Zukunft, Hg. Hans-Peter Schwarz, Zürich, 2007