Das alte Lager

Visual- und 3D-Artists

Wie erklärt ihr einem Kind, aus was eure Arbeit besteht?

Wir sind ein bisschen wie Zauberer für Kino und Fernsehfilme. Wir lassen Gegenstände aus Bildern verschwinden, erschaffen aus dem nichts Schokoriegel, und bauen in Filmaufnahmen riesige Burgen wo vorher keine waren, wir können Gegenstände sprechen lassen und Menschen durch die Luft fliegen. Unser Zauberstab ist die Computermaus, der Zauberkasten unser Computer und dann kennen wir ganz viele Tricks wie wir unsere Zuschauer täuschen können und diese denken alles was wir ihnen zeigen sei real.

Wieviel hat das was ihr aktuell tut mit eurem Studium zu tun?

In unserem Studium haben wir von Filmschaffenden die Grundlagen von Regie, Drehbuch, Schnitt und Kamera gelernt. Wir drei haben uns dabei besonders auf die Bildgestaltung fokussiert. Auch im virtuellen Raum setzen wir jetzt Licht und animieren Kameras und können dabei auf unser Verständnis des realen Pendants zurückgreifen. Während des Studiums gab es ein Schlüssel-Projekt, den Kurzfilm Human Resources of Ugago, in dem es um Dave, den letzten Menschen unter lauter Robotern, ging. Dabei hatte jeder von uns eine leitende Aufgabe. Ennio schrieb das Drehbuch und führte Regie, Valentin war der Produzent und Robin gestaltete den Roboter, den virtuellen Hauptdarsteller. Wir konzipierten und kombinierten reale Aufnahmen mit fotorealistischen 3DRobotern - eigentlich das, was wir heute immer noch machen.

In welcher Form arbeitet ihr mit anderen zusammen?

Im Team sind wir schon mal zu dritt und viele Projekte sind so gross, dass wir alle gleichzeitig daran arbeiten. Jeder von uns hat sein eigenes Spezialgebiet. Immer wieder müssen wir, um eine Filmeinstellung zu gestalten, dabei auch die Spezialgebiete kombinieren und gemeinsam an einem Bild arbeiten. Damit das ohne Probleme klappt, sitzen wir auch im gleichen Atelier. Obwohl wir zu dritt sind, arbeiten natürlich bei Filmprojekten noch viel mehr Personen mit, mit denen wir auch direkt zusammenarbeiten. Unter anderem die Regie, mit der wir über die inhaltlichen Aspekte reden, die Kamera, für die Bildgestaltung und Produktion für alles Organisatorische.

Was wärst ihr sonst geworden, wenn nicht …?

Valentin würde vermutlich in einer Küche arbeiten, am liebsten als Patissier. Robin wäre seiner Faszination für pyrotechnische Spektakel nachgegangen und hätte statt im virtuellen Raum in den Bergen Graubündens mit Feuerkörpern gespielt. Der eine oder andere Daumen ist ihm heute sicherlich dankbar dafür. Statt Schauspielern Dialogsätze in den Mund zu legen, hätte Ennio sich gleich den ganzen Kiefer vorgenommen. Ennio wäre vermutlich Kieferorthopäde geworden.