Jonas Shriqui

Interaction Designer

Würdest du das Gleiche nochmal studieren?

Auf jeden Fall. Während meiner Studien (Bachelor und Master) konnte ich ein Tool- und Mindset entwickeln, welches es mir erlaubt, mich sehr frei in gesellschaftlich relevanten Gebieten zu bewegen, wo Mensch und Technologie aufeinander treffen. Ich habe in Agenturen Digitale Produkte entwickelt und gestaltet, konnte als Freelancer interaktive Installationen konzipieren und umsetzen, begleitete als Consultant digitale Transformationen und arbeite heute in einer Research und Development Abteilung eines grossen Software Konzerns, wo ich an neuen Konzepten im Bereich Virtual und Augmented Reality für Städteplanung und -entwicklung arbeite.

Wie wichtig ist Publikum für deine Arbeit?

Das Publikum ist das Fundament und Zentrum meiner Arbeit. Mein Job ist es, Technologie für Menschen zugänglicher und somit unsere immer komplizierter werdende Welt für alle etwas einfacher zu machen. Es geht nicht nur um visuelle Aspekte, sondern auch um ethische und gesellschaftliche Faktoren und Einflüsse eines Produktes. So z.B. das Einhalten der Privatsphäre der Endbenutzer oder eine barrierefreie Nutzbarkeit.

Was war deine grösste Illusion bezogen auf dein Berufsbild?

Als ich nach meinem Bachelor Studium das erste mal in die Wirtschaft kam, hab ich sehr schnell gemerkt, dass meine fachliche Perspektive nicht die einzig relevante ist. Plötzlich kamen noch weitere Interessengruppen mit individuellen Zielsetzungen und Absichten ins Spiel, die ich in der geschützten Werkstatt des Studiums nicht angetroffen habe. Dies macht den Gesamtprozess um einiges schwieriger aber auch interessanter. Ich habe gelernt, dass man als Designer auch einiges an strategischem und politischem Geschick an den Tag legen muss, um seinen Aktionsradius erweitern zu können.