Laura Haensler

Designerin

Wie erklärst du einem Kind, aus was deine Arbeit besteht?

Ich untersuche Sparschäler, modelliere Makkaroni und esse Chips.

Wieviel hat das was du aktuell tust mit deinem Studium zu tun?

Das Studium hat mir gezeigt, wie ich – nach einem fast schon archäologischen Prinzip – Schicht für Schicht des scheinbar Banalen und Ordinären abtragen und an darunterliegende Phänomene und Zusammenhänge gelangen kann.

Was beschäftigt dich momentan am meisten?

Es erschreckt mich immer wieder aufs Neue, mit welcher Selbstverständlichkeit manche meiner männlichen Kollegen Raum einnehmen, viel Raum. Nicht zuletzt durch Design werden scheinbar "natürliche" Geschlechterunterschiede manifestiert. Ich versuche daher mit meiner Arbeit, Asymmetrien sichtbar zu machen und kritisch-künstlerisch gegenzusteuern.

Fühlst du dich zu einer bestimmten Szene zugehörig?

Das ist eher eine Summe aus mehreren.

Wer oder was inspiriert dich?

Neue, für mich unbekannte Gerichte, alte Industriehallen und die sich bei Abendessen entwickelnden dadaistischen Gespräche mit meiner Schwester.

Welche Räume brauchst du, welche braucht deine (Praxis)?

Meine Arbeit entsteht in den eigenen vier Wänden, bevor sie die unumgängliche Schwelle in den öffentlichen Raum übertritt: Persönlich reicht mir das stille Kämmerchen mit Kaffeemaschine, Kugelschreiber und Kaugummi.

In welcher Form arbeitest du mit anderen zusammen?

Auch wenn ich alleine an einem Projekt arbeite, arbeite ich nie ohne andere, auch wenn diese anderen gar nicht wissen, dass sie mit mir zusammen an etwas arbeiten. Wissen sie es aber, dann beginnt alles mit einem Funken; eine Spur, die uns an- und umtreibt. Und dann weben wir gemeinsam an einem disziplin- und flusenfreien Teppich.

Wie funktioniert dein (berufliches) Netzwerk, welche Rolle spielt es im Alltag?

Ich arbeite fast ausschließlich mit Menschen zusammen, mit denen ich auch privat zu tun habe. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Wo wärst du gern dabei oder vertreten?

Als Künstlerin der Pariser Avantgarde zu Gast in Gertrude Steins Salon bei Zigarre und Whisky.

Wie würdest du für dich Erfolg definieren?

Wenn ich morgens freiwillig früh aufstehe, um an meinen Projekten zu arbeiten.

Etwas das du aktuell vermisst? Etwas das du immer vermisst?

Englisches Wetter und queere Charaktere im Tatort.

Etwas das mich umhaut!

Die Titelmelodie von Ghostbusters.

Was wärst du sonst geworden, wenn nicht …?

Ich werde immer noch und ich möchte auch niemals etwas geworden sein. Aber um diese Frage befriedigend zu beantworten: Köchin.

Welche Frage wird nie gestellt, sollte aber?

Welche Frage wird nie gestellt, sollte aber?