Projekt

ROAD WORKS
Christoph Gallio, ab 2010

Projektart

Performance (Bild & Ton)

Beteiligte

  • Andrea Neumann, Inside Piano, Mixer und Klavier
  • Ernst Thoma, Synthesizer
  • Dominique Girod, Double Bass
  • Julian Sartorius, Drums
  • Christoph Gallio, Alto & Soprano Sax
  • Beat Streuli, Visuals
  • Will-y Strehler, Sound

Informationen

«Road Works» ist die vierte Zusammenarbeit zwischen Beat Streuli und Christoph Gallio («certainty / sympathy» 1988, mit Alfred Zimmerlin, Matthew Ostrowski, Christoph Gallio, «MONO solo saxophone – work in progress» 1994, «HITS / STILLS» 2004 DualDisc/DVD/CD, mit der Pianistin Claudia Rüegg).
Bei der Komposition «Roadworks» – einem Wechselspiel visueller und akustischer Wahrnehmung im Grenzbereich von Komposition und Improvisation – handelt es sich um «Parallelebenen», ein Nebeneinander-, Übereinander- und Aneinanderreihen von freier Improvisation, strenger Komposition, Fluten von teils entschleunigten Sinneseindrücken. Hörbildsplitter changieren zwischen bewusst eingesetzten, vertraut klingenden Melodien, Elementen und Bildern, die ein Gefühl des «déjà vu» vermitteln können.

Die Musik besteht aus 80 Teilen, die aneinandergehängt – teils ineinandergekeilt – werden und die ein Ganzes bilden. In der Livesituation werden zwei Projektionsflächen (4 x 6 m) im rechten Winkel angeordnet.

Der Alltag spielt in der Ton- wie auch in der Bildsprache eine wichtige Rolle. Stimmen, Wind, Melodien, Vogelgezwitscher, der (Wohl-)Klang und der Lärm der Städte werden analog und digital bearbeitet. Eine gewollte Abkehr vom puristischen «free improvising»-Kodex und seiner narzistischen Klanganalyse, «angenehm» empfundene musikalische Klischees, Melodien, die man gerne ein zweites Mal hören möchte und die Bejahung von Oberfläche und Schönheit, ein Verzicht auf bedeutungsschwere Tiefe, wodurch sinnliche Alltagserfahrung neu bewertet und die potenzielle Attraktivität und Relevanz einer Minderheitenmusik mit einer breiten Kommunikationsbereitschaft angereichert wird, sind von Interesse.

Der Rhythmus der Bild- und Musikfolge setzt Imaginationen frei. Er fügt disparate Elemente zu einem sinnlich und ästhetisch Neuen zusammen, das seine Herkunft nicht verleugnet.

Für die Interpretation der musikalischen Ebene ist ein Quintett verantwortlich: Andrea Neumann – Inside Piano, Mixer und Klavier, Ernst Thoma – Live-Elektronik, Christoph Gallio – Sopran- und Altsaxophon, Dominique Girod – Kontrabass, Julian Sartorius – Schlagzeug und Perkussion. Beat Streuli ist für die Bildebene zuständig.

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