Projekt

0
Benjamin Burger, Premiere 03.2017

Projektart

Theater

Beteiligte

  • Benjamin Burger, Leitung / Performance
  • David Jegerlehner, Komposition / Live-Musik / Performance
  • Felician Hohnloser, Performance
  • Natalina Muggli, Performance
  • Tobias Bienz, Performance
  • Thomas Giger, Bühne
  • Henriette Herm, Kostüm
  • Sabina Aeschlimann, Choreografie
  • Benjamin von Wyl, Medien / Sprecher / Guerilla Kommando
  • Ray Herlitz, Ausstattung / Guerilla Kommando
  • Dimitri Stapfer, Oeil Extérieur
  • Robert Meyer, Technik
  • Antje Czudaj, Produktionsleitung

Informationen

Körper finden zusammen. Ihr gemeinsames Grundgefühl ist das Unbehagen. Ihre Welt, auf dessen Konstanz sie vertraut haben, ist am Kippen. Bloss die Trägheit ihrer Körper lässt ihre Weltwahrnehmung noch in Ruhe erscheinen. Noch. Denn längst agiert alles in Schieflage, ihr Gleichgewichtssinn ist korrumpiert. In einer bestehenden Ordnung, die keine Notwendigkeit, sondern blosse Gewohnheit ist, müssen die Dinge aus ihrer Verankerung gelöst werden, damit sie in Bewegung geraten. Die Körper suchen Momentum. Dabei werden sie Zeichen, stellen sich mit dem eigenen organischem Material gegen die eine technokratische Ordnung. Ihr Widerstand ist Aufladung, ist Komposition, bildet das Initiationsritual für eine Bewegung, dessen Ziel die Überwindung der eigenen Trägheit ist. Durch Beschleunigung.

In dem interdisziplinären Performaceprojekt «0» haben sich zwölf Künstler einer Suche verschreiben: der Suche nach einem Widerstandskörper. Sie eint die Hoffnung auf ein Antidot gegen ihre Empfindung einer systemischen Lähmung. Sie gründeten die Guerilla 0, unter dessen Synonym sie ihren Suchfortschritt mit Aktionen im Raum Zürich und Medienmitteilungen auf der Plattform tsüri.ch überprüfte. Breitere Resonanz erlangte die Guerilla 0 mit der Entführung der Rütliwiese. Ihre Aktionen setzten Reize, die Gegebenes hinterfragen. Erfahrungen und Empfindungen ihrer Suchbewegung verarbeitet die Guerilla in diesem immersiven Bühnenformat zu einer düsteren Gesamtkomposition weiter.

In «0» betritt der Besucher eine dystopische Technowelt. Organisches Material wird automatisierten Routinen gegenübergestellt. Die Körper wirken deplatziert, das organische Material flüchtig. Angetrieben vom Wunsch des Ausbruchs versuchen sie die Dinge anzuschieben und Momentum zu kreieren. Alles erfährt Beschleunigung - nur können die Körper den steigenden Fliehkräften standhalten?

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