Projekt

L'Ange et le Diable
Chouchane Siranossian, 2016/17

Projektart

CD

Beteiligte

  • Chouchane Siranossian, Jos van Immerseel,

Informationen

„Leclair spielte wie ein Engel, Locatelli wie der Teufel.“ Diesen Satz schrieb der Cembalist Jacob Wilhelm Lustig anlässlich eines Konzertes, das die beiden Geiger 1728 in Kassel gaben. Das Duell der beiden Virtuosen verwandelte sich bald in Freundschaft, da Leclaire einige Monate in Amsterdam verbrachte, wo er viel von Locatelli lernte. Obwohl Locatelli der Vertreter der italienischen und Leclair ein Verfechter der französischen Schule (und außerdem ein außergewöhnlicher Tänzer) war, beeinflussten sich die beiden Musiker stark. Locatellis Spiel wurde als teuflisch virtuos beschrieben. Dieser „Paganini des 18. Jh.“ erforschte alle Möglichkeiten des Instruments bis in extrem hohe Tonlagen und schonte sein Instrument nicht, so dass es manchmal raue Töne von sich gab. Dagegen beschrieb man Leclairs Spiel als elegant, fast kühl, bei vollkommener Intonation und einem gleichzeitig sehr reinen Ton.

„So frisch und quasi improvisatorisch kann nur jemand muszieren, der völlig über den Dingen steht.“
Pizzicato

“If I had to categorise Chouchane Siranossian in similar terms, I would plump for angelic for the simple beauty of her playing, which belies the toughness of the music by being well-tuned and sweetly turned at every step, with a richly ear-pleasing sound and little sign of technical struggle. If the devil really does lurk among those Tartini trills, there doesn’t seem much chance of him knocking her off her stride. Her musicianship is likewise faultless, unconcerned with tricks and quirks but rather on letting her violin do the speaking. This is top-class Baroque violin-playing [...]“
gramophone, 2017

„Mit ihrer musikalischen Gestaltungskraft, die weit jenseits der technischen Meisterschaft beginnt, kann sie schweben und zupacken, mal waghalsig, mal verspielt. Historisch wohl begründet und total vital. Eine phänomenale Aufnahme.“
Radio RSF Jahres-Bestenliste 2016, Dezember 2016

„Chouchane Siranossian ist der aufstrebende Stern am Barockgeiger-Himmel.“
Concerto, November 2016

„Je waghalsiger und irrwitziger die spieltechnischen Anforderungen, desto müheloser erscheint die lässige Leichtigkeit, die Rasanz, mit der die fabelhafte Geigerin Chouchane Siranossian noch die extravagantesten Verzierungen und Manieren dieser 300 Jahre alten Bravour-Stücke zum Leben erweckt.“
SWR 2 CD-Tipp, November 2016

„Chouchane Siranossian ist eine Vertreterin der neuen Generation von Musikern, die sich im barocken, klassisch-romantisch und zeitgenössischen Repertoire bewegen. […] Das Spannende an dieser Frau: nicht nur, dass sie sich mit größter Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit wie ein Fisch in den Stilen bewegt, sondern auch dieses spezielle Musikanten-Gen kann Phrasen so organisch gestalten, dass man meint: was für eine Intuition.“
SRF2 Kultur, November 2016

„Die junge Geigerin Chouchane Siranossian ist eine der bemerkenswertesten Künstlerinnen im aktuellen Klassikbetrieb. Sie mischt mit Leichtigkeit und Eleganz die Szene auf und überzeugt mit großer Vielseitigkeit sowohl auf der modernen als auch auf der Barock-Violine.“ […] In erster Linie beeindruckt die Lockerheit und Leichtigkeit, mit der Chouchane Siranossian diese Extremwerke des Hochbarock angeht. Gleichgültig, ob es rasante Läufe sind, absurde Verzierungen oder extravagantes Lagenspiel, die Geigerin bewältigt alle technischen Schwierigkeiten spielend ohne jegliche Intonationsprobleme. Zuweilen schleicht sich sogar ein leichter “Swing” in die Barockwerke ein, was sie noch interessanter macht. Aber Chouchane Siranossian kann nicht nur Technik zaubern, sondern auch ordentlich zupacken und tief berühren.“
Kulturradio RBB, Oktober 2016

Hörbeispiele: s. Weblinks

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