Projekt

Dracula oder der Frust der Unsterblichkeit
Michel Barengo, 2015

Projektart

Theater

Beteiligte

  • Michel Barengo, Turntables, Spielzeuge, Electronics, effects
  • Lia Schmieder, Inszenierung
  • Patrick Slanzi , Schauspiel
  • Clemens Maria Riegler, Schauspiel
  • Wiebke Kayser, Schauspiel

Informationen

Er scheut das Tageslicht, Knoblauch und Kreuze. Er gilt als furchterregender Blutsauger, der den Menschen Lebenskraft aussaugt, um selbst unsterblich zu sein. Er ist aber auch ein sensibles Wesen, melancholischer Neurotiker, eine fragile Gestalt, aus der Zeit gefallene Kreatur und ein individualistischer Aussenseiter, der am Rande der Gesellschaft sein Schattendasein fristet. Interpretiert man seine Unsterblichkeit nicht als bedrohliche Überlegenheit, sondern als schwere Bürde, ist der Vampir vor allem als eine gequälte Seele zu bemitleiden. Denn ist die ewige Jugend wirklich so erstrebenswert?

Der Mythos des blutdürstigen Wiedergängers, der des Nachts sein Unwesen treibt, entstand auf dem Balkan im 16. Jahrhundert. In Literatur und Film wurden die Blutsauger mehrfach verewigt. Einer der bekanntesten Romane ist sicherlich Bram Stokers «Dracula» aus dem Jahr 1897, der die Vorlage für den genrebildenden Stummfilm-Klassiker «Nosferatu – eine Symphonie des Grauens» (1922) von Friedrich Murnau lieferte. In den letzten Jahren wurde der Vampir immer mehr entmythisiert, sein Wandel von der furchterregenden zur tragischen Figur war vollzogen. Vermenschlicht und domestiziert, ist er nun mehr Verführer mit unwiderstehlicher Anziehungskraft als gefürchtete Schreckensgestalt, wie die erfolgreiche «Twilight»-Saga oder Jim Jarmuschs neuester Film «Only Lovers Left Alive» beweisen.

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