Prix_netzhdk_titel

netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Marco Amherd
MA Musik, Klassik
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An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Aktuell plane ich das DAVOS FESTIVAL 2020. Da es meine erste Spielzeit als Intendant sein wird, befasse ich mich gegenwärtig mit allen Facetten, welche zu einer künstlerischen Leitung dazugehören. Es ist eine spannende Aufgabe, neue Konzepte zu erarbeiten, unbekannte Musik auszugraben und neue Künstler*innen kennen zu lernen.
Hinzu kommt natürlich die regelmässige die Arbeit mit meinen verschiedenen Ensembles. Ich freue mich besonders auf die Aufführung von Johann Sebastian Bachs Messe in h-Moll BWV 232 Ende September in Zürich und Baden.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Qualität in der Musik bedeutet für mich, sich kreativ und respektvoll mit Kompositionen zu beschäftigen und deren Bedeutung hörbar und erfahrbar zu machen. Unterschiedliche Interpretationsansätze gehören zur Musik und sind wichtig, damit kein Einheitsbrei entsteht. Eine gute Interpretation muss für mich jedoch wohlüberlegt sein und sich nicht von Effekten leiten lassen. Magisch wird es dann, wenn in einer Aufführung der Funke von den MusikerInnen aufs Publikum überspringt und alle die gleiche Ergriffenheit erleben.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Musiker

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Davon gibt es unzählige. Während des Studiums konnte ich musikalisch, organisatorisch und menschlich wachsen. Ich denke nicht, dass eine Lektion mich ganz besonders geprägt hat, sondern das das Zusammenspiel verschiedener Inputs meinen künstlerischen Weg geprägt haben.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Nach dem Studium habe ich gelernt mich selbst zu coachen und meinen eigenen Weg zu suchen und finden. Natürlich bin ich offen für Inputs und Anregungen von Wegbeleitern. Ich finde es jedoch wichtig, dass man als Musiker nach dem Studium sich mit den eigenen Ideen und Wünschen kritisch auseinandersetzt und selbständig Entscheidungen trifft. Dieser Prozess beginnt bereits während des Studiums, obwohl man sich dort jeweils in einem geschützten Rahmen bewegt. Nach dem Studienabschluss habe ich die Freiheit genossen, Neues auszuprobieren und einen eigenen Stil zu entwickeln.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Mich begeistern Menschen, die sich leidenschaftlich für ihre Ideale einsetzten und damit unsere Gesellschaft ein Stück weit verändern können, sei es im grossen oder kleinen Rahmen.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Ich möchte den eingeschlagenen Weg weitergehen und auch in Zukunft auf verschiedenen Gebieten tätig sein. Dazu gehört meine künstlerische Arbeit als Solist und Dirigent sowie die künstlerische, programmatische und dramaturgische Arbeit als Künstlerischer Leiter eines spannenden Festivals. Für mich ergänzen sich diese Tätigkeiten wunderbar und ich bin neugierig, was für Herausforderungen noch auf mich warten.