Verein einfach einfach
BA Ästhetische Bildung und Soziokultur
Wir haben „Figuretto - Das Bauspiel“, das noch bis September auf der Josefwiese steht, den Workshop „Pole-Portrait“, wo wir inszenierte Fotografien mit Poledancer machen und den Wochenkurs Smart-Movie, in dem wir mit Jugendlichen Handyfilme drehen im Rahmen des Fiesch-Lagers.
Leila: Qualität heisst für mich, auch wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, diese nochmal zu überdenken und dann neu zu entscheiden.
Alexa: Ich finde unsere Qualität als Gruppe ist, dass fünf Köpfe über eine Sache nachdenken und fünf Köpfe, die gemeinsam reflektieren und Entscheidungen treffen.
Susanna: Und vor allem, dass wir Entscheidungen treffen können. Wir sind ein Team. Jede von uns kann sich auf die andere verlassen.
Lea: Wir sind zugänglich und machen Kunst zugänglich. Unser künstlerisches Gestalten realisieren wir parallel mit dem Weitergeben der Kunst. Das eine schliesst das andere nicht aus und gehört bei uns sogar zusammen.
Diana: Es geht immer um zwei Dinge, um die Auseinandersetzung mit der Sache und die mit dem Rezipienten.
Susanna: Die Wörter Qualität und Disziplin finde ich sehr spannend. Disziplin heisst Strenge, aber auch Fachbereich, worin man sich auskennt und auch die Qualität, die dahintersteckt. Wie ist die Beschaffenheit von unser aller Gedanken, Handlungen, innerhalb unseres Fachbereichs? Was machen wir gerne, was machen wir gut? Wir stellen uns die Fragen, geben uns gegenseitig aber auch Antworten, in Form von Feedbacks. Es ist eine stetige Wechselwirkung in unserem Team.
Leila: Wir haben ganz viele Disziplinen in unserer Arbeit der Kunstvermittlung. Es geht nicht darum, in eine spezifische Richtung zu gehen, sondern breit zu bleiben. Darum können wir von verschiedenen Qualitäten profitieren, diese integrieren und wieder nach Aussen geben.
Susanna: Die Schwierigkeit darin verschiedene Disziplinen zu bearbeiten, ist es, sich dabei nicht zu verzetteln. Wir gehen mit kritischer Haltung hinter die Sache, setzen eine Sache von Anfang bis Schluss durch und evaluieren danach.
Leila: Kommt immer darauf an, was vorteilhafter ist – Studentin oder Lehrerin.
Alexa: Entweder Illustratorin, Grafikerin oder Kunstvermittlerin.
Susanna: Ich bin Kunstvermittlerin.
Leila: Im Flugzeug oder beim Arzt?
Susanna: Kommt es drauf an, ob ich beim Gynäkologen oder beim Zahnarzt bin?
Lea: Im Flugzeug ist es Art Education. Das ist ein schöner Begriff.
Diana: Meinem Zahnarzt habe ich sogar erzählt, was wir machen. Er wollte dann unsere Ausstellung besuchen.
...
Nach längerer Diskussion zur Berufsbezeichnung sind sich am Schluss alle einig, dass sie in Zukunft in solchen Situationen Kunstvermittlerin schreiben werden.
Alexa: Ich habe in den SVEB Workshops sehr viel mitnehmen können. Ich erinnere mich an eine Situation, wo wir Gruppen bildeten anhand von den individuellen Kompetenzen der Studierenden. Ich habe dort gemerkt, worin ich stark bin und dass ich gut mit Leuten zusammen arbeiten kann, nicht der Sympathie wegen, sondern weil sich die Fähigkeiten gut ergänzen.
Diana: Überhaupt der SVEB-2-Kurs und die Supervision. Ich habe dort gelernt, wie man sich im Team kollegial beraten kann mit Methoden wie Tratschen oder Probleme Zeichnen.
Lea: Für mich ist es nicht eine einzelne Lektion, sondern es sind die Projekte, die wir selber auf die Beine gestellt haben.
Susanna: Manchmal ist es so, als befände man sich im Auge eines Sturmes. Während dem Studium weiss man nicht genau wofür die einzelnen Lektionen sind. Erst in der Retrospektive sieht man die Summe von all dem, was man gelernt hat und wieviel man gewachsen ist. Das Ganze ist viel grösser als seine Einzelteile. Alle haben dazu beigetragen, dass wir alle dorthin gekommen sind, wo wir hin wollten. Wir leben unseren Traum und das können nicht so viele Leute von sich behaupten.
Leila: Also für mich sind die schönsten Momente – wo ich immer wieder zurück denke – die Ateliers gewesen, in denen man für drei, vier Stunden an einer Sache arbeiten konnte. Dort habe ich sehr viel gelernt in ganz vielen Bereichen: Keramik, Holz, etc. Das hat mich sehr zufrieden gestellt, es war entspannend.
Susanna: Im Bereich Projektmanagement habe ich dazugelernt, z.B. wie man Teamarbeit strukturiert. Unsere Organisation in den Tandems ist eine sehr gute Art und Weise, um von anderen zu lernen. Bei der Arbeit als Lehrerin, seit zwei Jahren, habe ich sehr viel gelernt, das ist eindrücklich, diese Arbeit verändert.
Diana: Ich habe gelernt, mich mehr mitzuteilen. Daran arbeite ich auch noch.
Leila: Ich habe gelernt mich zurückzunehmen, speziell in der Arbeit mit euch habe ich das gelernt. Dabei gibt es viel auszuhalten – nichts zu sagen ist manchmal schwierig. Daran arbeite ich noch. Ich glaube, das ist eine Lebensaufgabe. Es ist, als wäre man süchtig nach etwas und muss darauf verzichten.
Alexa: Für mich ist das grösste Lernfeld der letzten drei Jahre die Kommunikation. Klare Mitteilungen zu machen gelingt mir heute besser als noch im Studium, vor allem in der Rolle als Vermittlungsperson gelingt es mir heute besser, einfache Wege für komplexe Themen zu finden.
Lea: Meine vermittlerische Arbeit wurde besser, da der Bezug zu den Lernenden direkter und unkomplizierter wurde. Was mir noch einfällt, ist der Begriff der Positionierung. Wir als „Verein einfach einfach“ lernen uns laufend in der Gesellschaft besser zu positionieren, wie auch ich mich in den letzten Jahren in unserem Team besser zu positionieren gelernt habe. Das ist für mich ein herausforderndes Lernfeld.
Alexa: Ich finde eine Persönlichkeit einer anderen Disziplin ist schon ein komischer Begriff. In der Vermittlung arbeiten wir bereits mit so vielen anderen Disziplinen zusammen, wir haben Fotografie, wir haben Malerei... Wir schneiden alle Bereiche irgendwo mal an oder vertiefen uns auch darin in einem Projekt. Darum ist für mich die Frage, was ist denn die andere Disziplin bei uns?
Wir wollen künftig mehr eigene Gestaltungsprojekte realisieren. Darin sind wir gut, und darin wollen wir uns auch verbessern und spezialisieren. Wir gestalten gerne, und wir sind motiviert und engagiert. Weiterhin wollen wir unseren bewährten Kurs Smartmovie sowie unseren neuen Kurs Visual Art, die wir an den Dynamic Days im Jugendkulturhaus Dynamo und im Sport und Ferienlager in Fiesch bereits mehrfach durchgeführt haben, weiterhin anbieten. Die Arbeit im Team ist uns sehr wichtig. Wir wollen auf jeden Fall weiterhin als Team in dieser Konstellation zusammenarbeiten und Kooperationen eingehen.