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Sunlay Almeida

MA Transdisziplinarität

An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Aktuell arbeite ich an einer transdisziplinären Plattform, die sich «Taller de Inteligencia Colectiva» nennt und eine Brücke zwischen Kuba und der Schweiz aufbauen soll. Die Plattform besteht aus einem Kunstraum in Havanna mit dem Ziel, den Austausch zwischen Künstlern und der Gesellschaft zu fördern. Dabei steht der interkulturelle Aspekt im Vordergrund. Der Raum selber ist leer und wird erst durch die Aktivitäten der Künstler, die darin arbeiten, neu kreiert.
Gleichzeitig arbeite ich an einem neuen Stück «Body Sinfonie» in Kollaboration mit dem Künstler Humberto Diaz, welches am Festival «Kontakte - Festival für elektronische Musik und Klangkunst» in Berlin Ende September 2017 aufgeführt werden soll.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Kunst ist gut, wenn sie die Wahrnehmung ändert, das Innere bewegt oder wenn sie Wahrheit in sich trägt, die ins Bewusstsein gelangt und den Rezipienten auf eine andere Ebene bringt.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Musikerin, Pädagogin, Pianistin, je nach Situation, je nach Formular. Aber eigentlich sollte ich „open-art-ist“ schreiben.

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Die DNA des Künstlerischen verbindet uns alle. Von meinem Studium in Kuba zehre ich immer noch von der wunderbaren Familiarität zwischen den Künstlern und der großen Aufrichtigkeit und Transparenz der offenen Herzen meiner Lehrer. Ich glaube an die künstlerische Familie, die durch die DNA der Kunst vereint ist.
In meinem Studium in Zürich entdeckte ich mich selbst. Das werde ich nie vergessen. Diese DNA wurde nicht nur unter den Künstlern verbreitet, sondern auch unter den Künsten, so dass alle Schranken verschwinden.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Am meisten lernte und lerne ich `über` Leben

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Viele Persönlichkeiten faszinieren mich: Regisseure wie Fernando Perez, Tomas Gutierres Alea. Schriftsteller wie Lezama Lima, Julio Cortazar, Herman Hesse, Jorge Luis Borges, Octavio Paz, Dulce Maria Loynaz, Gabriela Mistral, Isabel Allende. Trovadores wie Juaquin Sabina, Pablo Milanes, Carlos Valera, X Alfonso, Miguel Matamoros, Fito Paez. Künstler wie Joseph Beuys, Fluxus-Gruppe, Peter Ablinger, Wilfredo Lam, Robert Wilson, Pina Bausch, Paul Cézanne, Rita Longa, Amelia Peláez, René Portocarrero. Fotografen wie René Burri, Michel Comte. Architekten wie Ricardo Porro, Werner Düttman, Le Corbusier ...

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Das Studieren und Erfahrungen sammeln hat viel Zeit gekostet, bis ich einen Weg gefunden habe, Ausdrucksformen für meine Visionen zu finden. Sei es in Form eines Konzerts, einer Begegnung mit Freunden, einer Performance oder eines Workshops mit Kindern, immer in direktem Bezug zur Lebenswirklichkeit und der Sinneswelt („mundos sentidos“). In dieser Richtung möchte ich meine Poetik weiterentwickeln, aus der Inter-Aktion verschiedener Disziplinen zusammen mit dem Publikum.