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Selina Grüter & Michèle Graf

BA Kunst & Medien

An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Zurzeit arbeiten wir an einem/einer Re-enactment/Übersetzung einer Videoarbeit von John Miller aus dem Jahre 1977. Wir verwenden das sprachliche Szenario der Arbeit als Übung, in welcher acht Leute in neun Durchläufen nacheinander einen Satz sprechen und dabei der Person davor zu widersprechen haben. Das Ganze beginnt mit einem Satz, der die Aufgabe beschreibt, diese wird danach aber, laut Regeln, sofort wieder negiert. Die Performance werden wir im September in der Ausstellung «In relation to a Spectator» in der Kestnergesellschaft in Hannover zeigen. Zudem sind wir an den Vorbereitungen für eine Einzelausstellung Ende August im Ausstellungsraum Plymouth Rock, der vom Künstler Mitchell Anderson geführt wird. Gemeinsam mit Gina Folly betreiben wir den Ausstellungsraum Taylor Macklin in Zürich. So arbeiten wir auch kontinuierlich am Ausstellungsprogramm des Raumes.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Wir würden in unserer Disziplin eher von QualitätEN sprechen. Die können sowohl positiv wie negativ sein, aber es sind jedenfalls Qualitäten.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Künstlerlin, manchmal auch Ärztin oder Pilotin

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Das Gesamtpaket Studium war vor allem eine soziale Situation, in der man vieles ausprobieren konnte. Und: Wir haben uns im Studium kennengelernt und arbeiten nun seit bald 6 Jahren zusammen.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Wir werden uns unserer Praxis und Haltung immer bewusster, um sie dann wieder zu befragen oder ihr zu widersprechen.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Alles kann in unsere Disziplin fallen.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Entwicklung ist ja oft kein Vorhaben, das passiert eben einfach oder nicht.