Sara Zeiter
Textilgestalterin, Zeichnerin und Psychomotoriktherapeutin
Das Textil-Studium vermittelte mir die Techniken Weben, Stricken, Siebdruckdrucken sowie das Entwerfen von Textildesigns. Bereits vor dem Studium zeichnete ich viel, nach dem Studium verfolgte ich das textile Arbeiten nicht weiter während ich mich erneut intensiv dem Zeichnen sowie visuellem Arbeiten widmete. In den folgenden Jahren arbeitete ich als Illustratorin und Bildredaktorin für verschiedene Publikationen und leitete ergänzend Zeichenkurse. Erst zwei Jahrzehnte nach dem Studium fand ich durch das Zeichnen wieder zum Textilen, indem ich Stoffe bemalt habe. Das Papier des zeichnerischen Prozesses habe ich durch feine Textilien ersetzt und so die haptische Dimension erweitert. Mit der Schere schneide ich Schablonen aus Moosgummi, bemale diese mit dem Pinsel und platziere sie für einen Abdruck auf dem Textilen Träger. Alternativ male ich direkt mit Pinsel oder Schwamm auf Textilien. Skizzen erstelle ich nur selten, ich schätze das spontane Erarbeiten des Motives, Schablone um Schablone oder malend entwickelt sich das Design. Die am Boden ausgebreiteten Stoffe laden dazu ein, mich aktiv im Raum des Entwurfs zu bewegen. Der Körper wird in den Prozess miteinbezogen, der Druck auf die Schablonen erfolgt mittels Körpergewicht. Zudem widme ich mich fortlaufend dem zeichnerischen Festhalten unmittelbar zugänglicher Motive – meist auf Reisen oder Ausflügen, das Skizzenbuch wird zur zeichnerischen Sammlung und Inspiration. Das Studium des Textildesign hat mir ein fundiertes Verständnis für Textilien vermittelt und mich mit zentralen Gestaltungsprozessen vertraut gemacht. Meine heutige gestalterische Arbeit schöpft aus diesem Wissen, meinen visuellen Erfahrungen als Illustratorin und Bildredaktorin sowie meiner kontinuierlichen zeichnerischen Praxis.
Ja, ich würde mich wieder für die gestalterische Ausbildung zur Textildesignerin entscheiden, sie war eine wertvolle Grundlage für meinen weiteren Weg. Die Sensibilisierung der haptischen Wahrnehmung sowie das Gestalten mit Farben und Formen haben mein visuelles Empfinden nachhaltig geschärft. Ergänzend dazu habe ich ein Studium der Psychomotoriktherapie absolviert, in dem ich mich mit körperlichen und visuellen Entwicklungsprozessen von Kindern auseinandersetzte. Diese Erweiterung empfinde ich als Bereicherung und zugleich als wohltuenden Ausgleich zu meiner gestalterischen Tätigkeit.