Sally Schonfeldt
BA Medien & Kunst
Im Moment bin ich mit einem neuen Video-Essay beschäftigt, der sich mit der Geschichte des Anthropologischen Instituts der Universität Zürich auseinandersetzt. Dieses Institut weist nicht nur koloniale Verstrickungen auf, sondern hat sich auch in problematischer Art und Weise an Rassenkunde und -hygiene beteiligt. Anhand von Filmaufnahmen vor Ort (beim heutigen Gebäude dieses Instituts sowie beim historischen Gebäude, wo das Institut früher untergebracht war) und Ausschnitten aus archivarischen Filmen mache ich eine kritische Aufarbeitung von dieser ins Dunkle geratenen Geschichte.
Qualität bedeutet für mich, wenn eine Arbeit mit Leidenschaft entwickelt wurde, durch kritisches Denken geprägt ist, präzise ausgearbeitet ist und nicht zuletzt durch eine bezaubernde Ästhetik besticht.
Künstlerin.
Während meines Studiums fand ich vor allem die Arbeitsgespräche reichhaltig. Noch heute kommen mir oft kritisch-konstruktive Feedbacks oder Sachen in den Sinn, die mir damals in solchen Gesprächen von Dozent_innen oder Assisstent_innen geraten wurden.
Beim Filmemachen. Es gibt wahnsinnig viel zu lernen und ich möchte mich in der Zukunft weiterhin mit allen Fassaden des Filmes auseinandersetzen und mir dabei sowohl ästhetische als auch technische Kenntnisse aneignen. Dabei möchte ich kräftige poetisch-politische Filme produzieren.
In meiner künstlerischen Praxis beschäftige ich mich insbesondere mit der Geschichtsschreibung, die sich kritisch mit der hegemonialen Geschichte auseinandersetzt. In letzter Zeit habe ich mich vertieft mit dekolonialen Perspektiven befasst und bin in diesem Zusammenhang auf ein bemerkenswertes Buch gestossen. Es heisst „Decolonizing Methodologies: Research and Indigenous Peoples und wurde von Linda Tuhiwai Smith, einer beeindruckenden Akademikerin geschrieben. Dieses Buch hat mich sehr berührt und inspiriert.
Neben dem Vertiefen und Entwickeln meiner Fähigkeiten im Filmemachen möchte ich mich insbesondere darauf konzentrieren, meine Arbeit präziser und poetischer zu gestalten. Meine Kunstpraxis hat bisher jeweils auf ausführlicher Recherche basiert und ich möchte diese zukünftig mehr mit Mitteln der Ästhetik statt dichter Information realisieren. Ich mache sozio-politisch kritische Arbeiten, wobei es mir sehr wichtig ist, dass ich diese mit einer akuten und kräftigen Ästhetik realisiere, weil ich sehr davon überzeugt bin, dass die Kunst eine andere Wissensproduktion ermöglichen kann.