Riikka Tauriainen
MA Fine Arts
Ich bin gerade am Transkribieren von Gesprächen für eine Publikation, die in einem kollektiven Arbeitsprozess im Kunstraum Réunion in Zürich entstanden ist ( [f: la répète], Part I Oktober 2015 und Part II Januar 2016). Es war ein zweiteiliges Rechercheprojekt, während dem wir u.a. Spezialist_innen eingeladen haben für öffentliche Arbeitsgespräche und Leseproben.
Wir benützten einige Elemente aus dem Theaterkontext wie Bühne und Probe, und rekonstruierten die Funktionen. Die Bühne wurde der Produktionsort, die Probe wurde die Aufführung und jetzt am Ende wird die Publikation veröffentlicht - ein Skript für das potentielle Theaterstück/die mögliche Performance - , welches zum Wiederaufführen aufruft; so kann der Prozess wieder von Neuem beginnen.
Wenn Qualität der Zustand ist, in dem etwas „gute“ Eigenschaften hat und daher wertvoll ist, ist Qualität ein Wort, welches wir in meinem künstlerischen Umfeld nicht oft benützen. Es ist nicht interessant, den Wert von Kunst zu messen, sondern wie sie in einem Kontext gelesen werden kann oder auch nicht. Die Frage, wie etwas wirkt, was es bewegen kann, ob es einem zum Denken bringt oder berührt, das sind Fragen, die für mich in einem Arbeitsprozess oder einem Kunstwerk relevant sind.
Künstlerin.
Am meisten haben mich im Studium die persönlichen Mentorate mit Dozierenden und der Austausch mit Mitstudierenden geprägt. Die künstlerische Recherche spielt weiterhin eine zentrale Rolle in meiner Arbeit und ich merke auch, dass das poststrukturalistische Denken in mir hängen geblieben ist.
Sprache, Geschichte(n), Postkoloniale Theorien, Feminismus, Magie und Vermittlung.
Eine der ungewöhnlichen Persönlichkeiten, die mich faszinieren, ist Flora Tristan.
Flora Tristan, halb Peruanerin halb Französin, war aktiv in den feministischen Bewegungen der 1830er Jahre. Nachdem sie in Peru gelebt hatte, wurde sie, ermächtigt durch ihre peruanischen Erfahrungen, eine der berühmtesten vormarxistischen Sozialistinnen Frankreichs.
Ich will mich mit Karen Barads Interpretation der Quantenfeldtheorie auseinandersetzen. Dabei geht es mir einerseits um Themen wie Zeit, Raum und Materie, aber auch um das Verhältnis zwischen Vorstellung und Inhalt, Beschreibung und Wirklichkeit.
Was mich an Karen Barad inspiriert, ist ihre Art, ungewöhnliche Denkweisen zusammenzubringen und unterschiedliche Felder der Wissensproduktion zueinander ins Verhältnis zu setzen (z.Bsp. Naturwissenschaften/Physik, Philosophie und Feminismus). Vor allem der von ihr eingeführte Begriff der Intra-Aktion interessiert mich hierbei. Im Gegensatz zu Interaktion geht die Intra-Aktion nicht von gegebenen Zusammenhängen aus (inter = zwischen), sondern sich bedingenden Relationen, die innerhalb von Phänomenen entstehen (intra = innerhalb). Die Fähigkeit zu agieren, entsteht aus der Beziehung, nicht außerhalb davon. Intra-Aktion stellt also eine ganz neue Art und Weise dar, über unsere Beziehungen zueinander, sowie auch zu Materie, Natur und Diskursen, nachzudenken.