Rahel Buschor
MA Rhythmik
Mein grösstes Projekt ist das Leben an sich. Daraus entstehen Subprojekte, welche einer Dringlichkeit des Lebens entspringen. Der Durst nach neuem kreativen Ausdruck hat mich 2012 in die Welt des traditionellen chinesischen Theaters nach Beijing geführt. Seit gut 5 Jahren lebe, studiere und arbeite ich in Ostasien. Aspekte der Interkulturalität sind daher in meinem Schaffen zentral.
Aktuell probe ich mit meinem koreanischen Bühnenpartner an der nationalen Akademie für chinesische Theaterkunst in Beijing an unserem neusten Stück „lost and found“. Es geht um das Verlieren und (Wieder)Finden. Dem Stück liegt eine Kulturen übergreifende Forschung im Bereich Bewegungssprache zu Grunde.
„Kleiner Drache“ ist das innovative Start-up Projekt der Deutschen Musik Akademie, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, die erste Musikschule mit EMP (Elementarer Musikpädagogik) in Beijing (d.h. die Erste dieser Art in China überhaupt) zu gründen. In der Rolle der künstlerischen und pädagogischen Leitung des Projektes setze ich mich ganz praktisch mit Grundsatz Fragen zu ästhetischer Bildung, nachhaltigem Lernen, und was dies in einem interkulturellen Kontext bedeutet, auseinander.
Qualität hat für mich mit Kompatibilität zu tun. Eine innere Idee manifestiert sich in einem äusseren Ausdruck, der mit einem Gegenüber in Kontakt tritt. Gute Qualität ist verträglich. Sie löst im Betrachter, sowie auch in der Künstlerin, etwas aus und bringt etwas zum Klingen.
Qualität beschäftigt sich mit Details.
Um ehrlich zu sein, das Feld für “Beruf“ bringt mich regelmässig in Verlegenheit, worüber ich selber lachen muss... Irgendwie nehme ich das Formular zu ernst, möchte eine für die ganze Vielfalt meiner Tätigkeiten passende Bezeichnung schreiben... doch mir fällt keine Adäquate ein.
Ausweichmöglichkeiten sind, je nach Situation, Studentin (wenn ich denn wieder auf dem Weg nach China bin), Performing Artist (in Korea), freischaffend (beim Arzt in der Schweiz) :-).
Das wichtigste Tool, welches mir das Studium mitgegeben hat, ist das “(Arbeits)Prinzip Rhythmik“. Es ist mein Wegweiser in der künstlerischen- und in der pädagogischen Tätigkeit. Es hilft mir in Einklang mit meinem persönlichen Stil zu sein, sowie bekannte- und neue Territorien zu erkunden.
Im Bereich Perspektiven bzw. Perspektivenwechsel
... Unterschiedliche Perspektiven beim Kreieren von Bewegungen, Choreografien und Charakteren auf der Bühne entdecken.
... Perspektivenwechsel im Alltag für Inspiration und neue Ideen.
... Blick auf die Welt durch die Perspektiven von verschiedenen Kulturen.
... Aspekte verschiedener Perspektiven in der Kommunikation.
Die Perspektive ist ein Schlüssel für meine künstlerische Arbeit sowie auch für meinen Alltag. Sie vermag Dinge plötzlich ganz anders zu beleuchten. Dinge auf den Kopf zu stellen oder sie im Handstand zu betrachten führt zu ganz neuen Gedanken, Sichtweisen und Erkenntnissen.
Higgelti Piggelti Popp.
Er ist ein Hund und der Hauptcharakter aus dem Buch von Maurice Sendak “Higgelti Piggelti Popp – oder es muss im Leben mehr als alles geben“. Higgelti Piggelti Popp hat alles. Trotzdem verlässt er sein gemütliches Heim in der Überzeugung, dass es im Leben mehr als alles geben muss!
In Richtung:
RISK MORE
than others think is safe
CARE MORE
than others think is wise
DREAM MORE
than others think is practical
EXPECT MORE
than others think is possible
(nach dem kanadischen Autor Claude Bissel, der es so treffend zu formulieren vermochte.)