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Mario Leimbacher

Leiter eines Zentrums für ZeichnerInnenm

Wie erklärst du einem Kind, aus was deine Arbeit besteht?

Die Menschen kommen zu uns nach Intragna, um hier zu Zeichnen und um sich mit anderen Menschen zu treffen, die auch Zeichnen. Wir lernen neue Techniken kennen und lassen uns von anderen anleiten und inspirieren. In unserem Altstadthaus hat es Raum für die Versammlungen, für die Kurse und um die Zeichnungen auszustellen.
Wir laden bekannte Zeichnerinnen und Zeichner aus der ganzen Welt ein, die hier mit uns zusammen wohnen, arbeiten und den TeilnehmerInnen über ihre Erfahrungen berichten. Wir sind jeweils für mehrere Tage zusammen, treffen uns für Workshops und spannende Zeichenanlässe, gehen auf Wanderungen, wir baden zusammen in den Flüssen und gehen in die Restaurants der Umgebung, um hier zu essen und dabei auch immer zu zeichnen.

Wieviel hat das was du aktuell tust mit deinem Studium zu tun?

In meinem Beruf als „Zeichenlehrer“ vertiefte ich mein Interesse am Zeichnen. Ich lernte die historischen und gesellschaftlichen Bedeutungen des Zeichnerischen Dokumentierens kennen und lernte, mein Wissen, meine Begeisterung und meine Fähigkeiten Studierenden zu vermitteln. Vor meinem Studium arbeitete ich als Leiter von Kulturzentren und als Künstler und kann heute in meiner Tätigkeit die verschiedenen Erfahrungen anwenden.

Würdest du das Gleiche nochmal studieren?

Die Ausbildung hat sich seit der Bolognareform stark verändert. Zu meiner Zeit konnten wir während drei Jahren zur Hauptsache gestalterisch experimentieren und uns über lange Zeit in ein Thema vertiefen. Ob mich die aktuelle Ausbildung gleichermassen befähigen würde, kann ich nicht beurteilen.

Wovon lebst du? Wer oder was finanziert dich?

Mit den Treffen, Kursen und dem Unterrichten finanzieren wir zu einem Teil das Haus und die Infrastruktur. Meine Pension ermöglicht mir dieses Engagement.

Wie funktioniert dein (berufliches) Netzwerk, welche Rolle spielt es im Alltag?

Unser Netzwerk besteht aus Menschen, die gerne Zeichnen und sich über diese Tätigkeit austauschen. Fast in allen Regionen und grösseren Städten gibt es autonome Gruppen, die sich selber organisieren und mit anderen Gruppen austauschen. Wir treffen uns wöchentlich oder monatlich an vereinbarten Orten, wo wir dann einige Stunden mit Zeichnen verbringen und am Schluss gemeinsam die Zeichnungen ansehen und besprechen. Wir machen auch gemeinsame Reisen oder Besichtigungen, die wir mit unseren Zeichnungen dokumentieren. Wir dokumentieren mit unserer Arbeit unseren Alltag und unser Leben. Wir nutzen die verschiedenen Social Media Plattformen, um uns auszutauschen und zu verabreden. So entsteht ein grosses Netzwerk von Menschen, die mit ihrem Zeichnen in eine meditative Ruhe gelangen und gleichzeitig berichten aus ihrem Leben.