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Lorenz Merz

MA Film

An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Drehbucharbeit an meinem zweiten Spielfilmprojekt RETROGRADE.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Wenn sich mir auf der Leinwand etwas Unaussprechbares, Unbekanntes, Unvorhersehbares eröffnet und in mir eine neue Sichtweise provoziert.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Filmemacher oder Regisseur. Beim RAV/Arbeitslosenamt bezeichne ich mich wiederum als Kameramann. Diese Arbeitsleistungen sind zum Glück be/anrechenbar.

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Die schriftliche Filmanalyse als Semesterarbeit im ersten Schuljahr. Durch die hartnäckige Auseinandersetzung mit einem einzelnen Film hatte ich um drei Uhr morgens in meiner Küche eine Art Eingebung zur Fragestellung, was Kino zu Kino macht. Das lässt sich wiederum nicht in Worte fassen, sonst ginge es ja auch nicht um Kino.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Schreiben und Schneiden - Schneiden und Schreiben. Ansonsten vielleicht im Bereich Liebesbeziehung?

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

John Zorn, New Yorker Komponist mit einem unermüdlichen Output. Die Diskrepanz in seiner Musik zwischen Klassik, Experimental, Subtil, Emotional und Trash und seine stetige Suche nach neuen Formen faszinieren mich. Müsste ich einen Maler nennen, dann kommt mir spontan Jawlensky in den Sinn. Die Expressionisten inspirieren mich am meisten dazu, eine ähnliche Arbeitsform in der Realisation eines Films (a picture) zu finden.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Einen Punkt erreichen, wo ein kontinuierliches, unmittelbares Schaffen möglich wird ohne zu lange, zerrende Zwischenphasen, wie die Drehbuchentwicklung, Finanzierung, Produktion bis zur letztlichen Promotion. Die Drehphasen gehören zu den wenigen Lebensphasen, wo ich vollumfänglich glücklich bin. Sinn und Zweck der ganzen Mühe sind für mich eigentlich nur, intensiv „im Leben“ zu sein. Das Resultat ist nicht so wichtig wie das Tun selbst.