Julia Geröcs
MA Fine Arts
Es gibt zwei Projekte. Ich arbeite an einer Serie von Videoarbeiten, sogenannten Videoportraits, in denen kurze Geschichten über Personen vorgestellt werden, die unreflektiert fremdenfeindliche Äusserungen machen, obwohl sie früher selber Opfer von fremdenfeindlichen Mechanismen waren. Für die „Videoportraits“ werden Choreographien entwickelt und diese vor der Kamera aufgeführt. In diesem Projekt möchte ich mit einem Tänzer zusammenarbeiten, der sich zu einem beweglichen, elastischen Bühnenelement verwandelt. Die Geschichten werden durch die körperliche Interaktion mit ihm als „Requisit“ vorgeführt.
Gleichzeitig arbeite ich an einem Gruppenprojekt, mit vier Schauspieler_innen aus Mexiko und vier Filmemacher_innen/Künstler_innen aus der Schweiz. Es geht um den kulturellen Austausch und um die spielerische Annäherung zur eigenen bzw. zur fremden Kultur anhand von monatlich durchgeführten Aktionen und Routen, die in der Gruppe definiert, durchgeführt und dokumentiert werden. Es ist ein Langzeitprojekt mit offenem Ende.
Wenn mich Kunstwerke nachdenklich machen, zum Innehalten bringen, zum Lachen verführen, wenn sie mich zu meinen Wurzeln - zu den Wurzeln aller Menschen - zurückführen, wenn sie mich durch ihre irre oder wirre Form verwundern. Wenn sie mit mir spielen oder diskutieren, mich aufwühlen oder beruhigen, wenn sie mich nicht mehr loslassen.
Künstlerin
Statt darüber weiter nachzudenken, fang einfach mal an!
Meine Choreographien sind seit meinem Studienabschluss komplexer geworden. Ich habe angefangen, mit selbst gestalteten Requisiten zu arbeiten. Ebenso arbeite ich erst seit meinem Studienabschluss regelmäßig mit Personen aus verschiedenen Disziplinen zusammen: Schauspieler_innen, Filmemacher_innen, Wissenschaftler_innen. Die transdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein wichtiger Teil meiner künstlerischen Praxis geworden.
Es gibt sehr viele Persönlichkeiten, die mich faszinieren. Es ist schwierig, eine Auswahl zu treffen. Wer mir gerade in den Sinn kommt, ist Mary Wigman. Vor kurzem habe ich eine Aufnahme von ihr gesehen, den „Hexentanz“. Sie hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen.
Ich möchte vermehrt Projekte mit Tänzer_innen und Filmemacher_innen initiieren. Neben den live Performances möchte ich Videoarbeiten umsetzen, in denen ich als Performerin agiere. Die interkulturelle Zusammenarbeit interessiert mich auch sehr, insbesondere mit Latein-Amerika. Ich möchte wieder nach Mexiko reisen und nach Südamerika. Ich möchte meine Spanischkenntnisse verbessern. Und ich würde gerne öfters in anderen Ländern auftreten.