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Heidrun Föhn

MA Design

An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

In unserer Agentur Rotmont, die auf Branding, Gamification und Sports spezialisiert ist, entwickle ich aktuell Markenwelten für Kunden aus unterschiedlichen Branchen. Zudem arbeite ich gerade an unseren gamifizierten Workshops, die sich vor allem an Führungskräfte aus Produkt- und Prozessentwicklung, Change Management, Marketing Communication sowie Sport- und Kulturmanagement richten.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

In meiner Disziplin muss Design sowohl emotional als auch funktional sein, wobei sich beide Eigenschaften optimal ergänzen müssen. Im Branddesign zeigt sich für mich Qualität, wenn es gelingt, Markenwelten zu erzeugen, die Anspruchsgruppen emotional so ansprechen, dass die gewünschten Interaktionen ausgelöst werden. Im Motivationsdesign muss der sogenannte Flow-Zustand bei den Nutzergruppen erzeugt werden, so dass diese weder unter- noch überfordert sind und die Prozesse, in denen sie trainiert werden, ohne bewusste Anstrengung meistern. In der Kunst bedeutet für mich Qualität, wenn mich eine Arbeit emotional berührt, weil sie spürbar Tiefe hat, unbedingt glaubwürdig ist und mich zur kritischen Auseinandersetzung anregt.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Designerin

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

In der Interaktion von Marken und Anspruchsgruppen spielt Motivationsdesign eine zentrale Rolle. Wie
Strategien aufgebaut sein müssen, um Motivation zu erzeugen, ist eine Lektion, von der ich bis heute profitiere.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Motivationsdesign spielt auch in meinen Workshops eine zentrale Rolle. Mein Anspruch ist es, Führungskräften kreative Problemlösungsstrategien zu vermitteln. Mit spielbasierten Methoden zu experimentieren und die Didaktik der Workshops fortlaufend zu verbessern, ist ein stetiger Lernprozess.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Mich faszinieren Persönlichkeiten, die es schaffen, Parallelwirklichkeiten und komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen. So beeindruckt mich beispielsweise der Naturfotograf James Balog mit seinem Dokumentarfilm „Chasing Ice“, in dem er die globale Erwärmung visuell erfahrbar macht, um so ein Bewusstsein für die Risiken des Klimawandels zu wecken. Ein anderes Beispiel ist der Künstler und Autor Mike Daisey mit seinem Bühnenstück „Agonie und Ekstase des Steve Jobs“, in dem er westliche Doppelmoral in Zeiten der Globalisierung anprangert und sich mit der Frage auseinandersetzt, welchen ethischen Preis Konsumenten bereit sind, für ihre Technologieverliebtheit in Kauf zu nehmen.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Motivationsdesign ist ein Thema, mit dem ich mich auch in Zukunft intensiv befassen werde, sei es im Branding oder in gamifizierten Workshops. In meiner Konzeptkunst beschäftige ich mich mit Parallelwelten. „Presence Beyond“ ist eine künstlerische Friedensarbeit und setzt sich im ersten Teil bildnerisch mit der transgenerationalen Weitergabe von Kriegstraumata auseinander. Der zweite Teil der Arbeit ist eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema und soll nächstes Jahr auf die Bühne kommen.