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Anna Pearson

BA Design, Style & Design

An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Nach meinem Design-Abschluss an der ZHdK habe ich mich entschieden, dass ich Köchin werden möchte. Mittels Praktika bin ich in die Gastronomie eingestiegen und habe 3 Jahre professionell in Restaurants gekocht. Danach habe ich mich selbständig gemacht und dafür auch wieder meinen Laptop aus der Schublade hervorgeholt.

Nach wie vor bin ich mit dem Vertrieb des Kochbuches «zu Tisch.» beschäftigt, das ich zusammen mit meiner Schwester Catherine im Herbst 2014 herausgegeben habe. Ich war für Inhalt (Text und Rezepte) und Styling zuständig, meine Schwester für Fotografie und Layout. Konzept und Gestaltung des Buches haben wir gemeinsam erarbeitet, das Buch wurde im Eigenverlag «anna’s finest» publiziert. «zu Tisch.» wurde Anfang Juni 2015 von der Stiftung Buchkunst zu einem der «schönsten deutschen Bücher 2015» gewählt. Nun sind wir daran, ein nächstes Buchprojekt zu konzipieren.
Zusammen mit meiner ehemaligen Studienkollegin Flurina Gradin habe ich im letzten Herbst für die Organisation Slow Food den Saisonkalender «Calendarium Culinarium» konzipiert und herausgegeben. Der junge Zürcher Künstler Nando von Arb hat 100 in der Schweiz heimische Gemüse- und Früchtesorten für uns illustriert und auf einem A1-Plakat zusammengefasst. Ziel des Kalenders ist es, vor allem junge Menschen für die Saisonalität regionaler Lebensmittel zu sensibilisieren.

Ich bin seit einem Jahr für die Gourmet-Rubrik der Zeitschrift annabelle zuständig, d.h. ich plane die Themen für jede Ausgabe, entwickle dazu Rezepte, mache das Styling bei den Fotoshootings und schreibe die Texte.
Ich betreibe einen Supperclub und mache ab und zu Caterings.
Mein Ziel ist es, mit meinen Fähigkeiten als gelernte Designerin mit Schwerpunkt Konzept und quereingestiegene Köchin auf eine ansprechende Art Inhalte zu vermitteln, die mir als Anhängerin der Slow-Food-Philosophie im Bereich Food/Nachhaltigkeit am Herzen liegen.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Ich glaube, «meine Disziplin» gibt es gar nicht. Oder besser gesagt: meine Disziplin ist eigentlich meine Interdisziplinarität. Was es schwierig macht, eine konkrete, darauf bezogene Definition von Qualität zu formulieren. (Ich könnte genau definieren, was Qualität beim Kochen für mich bedeutet. Aber ich bin ja für den prix netzhkd nominiert und nicht für den Guide Michelin.) Deshalb etwas allgemeiner: Ich denke, dass in jeder Disziplin echte Qualität dann entsteht, wenn talentierte Menschen ihre Leidenschaft möglichst kompromisslos, mit viel Herzblut, Ernsthaftigkeit und Ausdauer verfolgen.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Designerin / Köchin / Autorin

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Lektion wie in «ich habe meine Lektion gelernt» oder «Ich habe dir eine Lektion erteilt»? Ich glaube nicht, dass ich während des Studiums «Lektionen gelernt» habe.
Grundsätzlich wurde ich während der Studienzeit darin bestätigt, dass man sich mit dem beschäftigen sollte, was einem am Herzen liegt und dass dies in der Regel gut kommt, wenn man alles dafür gibt. Während hingegen Kompromisse selten gut kommen. Ich habe gelernt, dass ich auf mein Gefühl vertrauen kann. Dass es grossartig ist, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, denen es um die Sache geht und grauenhaft mit solchen, bei denen es nicht so ist.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Herauszufinden, was ich will und was ich nicht will und wo meine Stärken liegen. Und dann herauszufinden, was ich mit dieser Erkenntnis anfange. (Prozess noch nicht abgeschlossen.)

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Mich interessieren grundsätzlich alle Menschen, die das, was sie tun, aus Überzeugung und mit Leidenschaft tun, dabei alles geben und den Fokus nicht nur auf sich selber legen, sondern in etwas grösseren Dimensionen denken. Menschen, die bei sich selber sind und denen es um die Sache geht. Das kann ein Messerschmied, eine Landwirtin oder ein Künstler sein.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Ich würde gerne zusammen mit anderen spannenden Partnern an grösseren Projekten zum Thema Food/Nachhaltigkeit arbeiten, v.a. im Bereich Konzept. Es würde mich interessieren, Firmen in diesem Themenbereich zu beraten, denn da besteht meiner Meinung nach grosser Bedarf.