Andrea Cattel
MA Musikpädagogik
Mit „rotondo – Werkstatt für Musik & Bewegung“ bin ich seit gut 3 Jahren unterwegs und gestalte immer wieder neue Inhalte und Angebote: Klavierunterricht, Singanlässe, Kinderkurse, Rhythmiktheater … Viele Ideen habe ich ausprobiert, einige auch wieder verworfen. Momentan denke ich über ein „Rhythmus – Koordinationstraining“ für Musikgruppen, Laienorchester, Chöre, etc. nach und werde evtl. im Herbst mit einem Probenlauf beginnen. Ein Angebot im Bereich Ausdruck, Bewegung, Spiel und Improvisation ist auch schon lange angedacht. Vielleicht schreibe ich aber doch zuerst meine Kinderbücher, die schon lange in der Schublade warten … und bringe sie dann in schönster Rhythmik – Manier auf die Bühne? … oder ich gründe endlich einen lebendigen Kinder – und Jugendchor zusammen mit einer kreativen Theaterbande!
Vielleicht jedoch lege ich mein Hauptaugenmerk endlich auf mein eigenes künstlerisches Schaffen und beschränke mein pädagogisches Wirken auf ein paar wenige Angebote?
Viele Ideen – breite Interessen – häufige Fragezeichen. So ist es mein Hauptprojekt, immer wieder genau hinzuspüren, wohin mich das Leben ziehen möchte.
Ich suche stets nach dem Objektiven – WAS möchte erzählt werden? WAS braucht der Raum, die Bühne, die Geschichte jetzt? Das WIE ergibt sich aus den Voraussetzungen der Teilnehmenden. Und in der Bereitschaft, sich einem Inhalt hinzugeben, sich sozusagen in den Dienst einer Geschichte zu stellen und sich als Person zurücknehmen zu können, ist für mich die Qualität zu finden, die ich suche.
Auf einem Formular schreibe ich gerne nicht ohne Stolz „Rhythmikerin“ hin, manchmal auch „Musik – und Bewegungspädagogin“. Im Gespräch sage ich häufig, ich wäre Musiklehrerin – wenn ich keine Lust habe, mich zu erklären, denn das muss ich häufig, wenn ich die Rhythmik als meinen Beruf erwähne.
Wenn ich auf meine Schülerinnen und Schüler der Musikalischen Grundausbildung hören würde, stünde aber ganz was anderes – schon mehr als einmal hörte ich im Schulalltag: „Frau Cattel, du bisch irgendwie kei richtigi Lehrerin, du bisch wie d’Pippi Langstrumpf!“ Ob diese Bezeichnung auf einem offiziellen Formular gut ankäme …? Hihi
Das Studium war für mich nach langer beruflicher Suche ein Lichtblick, ein Aufatmen, ein Ankommen. Endlich am richtigen Ort! So würde ich sagen, dass die Lektion, von der ich noch immer zehre, eher eine psychologische ist: nämlich, dass ich genau weiss, wo es meine Talente, meine Interessen und meine Aufmerksamkeit hinzieht. Wenn ich mal Zweifel am eingeschlagenen Weg habe, erinnere ich mich an die vielen guten Gefühle damals noch an der Freiestrasse und ich fühle mich wieder gestärkt in meiner Aufgabe.
Die Rhythmik ist für mich wie ein Nach – Hause – Kommen.
Neben der beruflichen Praxis und der damit verbundenen Erfahrung (die ich im Übrigen sehr schätze – sie macht den beruflichen Alltag um einiges entspannter) habe ich mich seit Abschluss vor allem mit Bewegung beschäftigt. In den Bereichen Körperarbeit (Feldenkrais, BodyMindCentering und authentic movement), Bewegungsimprovisation, Performance, Ausdruck und Spiel, Kreation in Bewegung, Tanz und Körperfunktionalität habe ich mich stetig weitergebildet (unter anderem Basisprojekt an Schule für Tanz, Improvisation und Performance, Freiburg i. Br./ Tamalpe Life Art Process nach Anna und Daria Halprin/ Somatics, Creativity und Performance Training mit Soto G. Hoffmann und Frank Hediger) und werde mich sehr gerne noch mehr in dieses Feld vertiefen.
Mich faszinieren jene Persönlichkeiten, die sich bedingungslos ihrer Intuition und „dieser einen Sache in ihrem Leben“ hingegeben haben. Menschen, bei denen die Leidenschaft für ihre Tätigkeit und die Freude an ihrem Tun spürbar sind. Menschen, die über Grenzen gehen und für das einstehen, was sie ausmacht. Solche Menschen sind überall zu finden – hinter der Ladentheke, auf der Tanzbühne, im Atelier und im Labor, in der Velowerkstatt, in der Backstube …
Wie anfangs erwähnt, merke ich schon lange, dass meine eigene künstlerische Ader viel zu kurz kommt und ich mich viel mehr der Kunst (in meinem Falle dem musikalischen und bewegten Ausdruck) widmen möchte/ widmen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mich in Zukunft etwas weg von der pädagogischen mehr zur performativen Bühne hinbewege.