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Lunch Talk mit Sascia Bailer

21.11.2023

Online

Wie kann Kunst und Care zusammengehen? Bestandsaufnahme und Lösungswege
Wer Kunst schafft oder konsumiert und sich um andere kümmert oder aufgrund von physischen oder psychischen Einschränkungen selbst mehr Fürsorge bedarf, ist mit realen Barrieren in den Künsten konfrontiert. Die Sichtbarkeit und Präsenz von Sorgearbeitenden auf den Bühnen, in Ausstellungshallen oder in Besuchsräumen werden dadurch stark eingeschränkt. Eine Studie von Visarte zu „Kind und Kunst“ (2023) hat ergeben, dass lediglich 7% der Schweizer Kulturinstitutionen familienfreundliche Strukturen aufweisen. Die Künste thematisieren zwar häufig feministische Inhalte in ihren Veranstaltungs- und Ausstellungsprogrammen, jedoch schlägt sich dieser Trend nicht in den Strukturen des Kulturbetriebs nieder. Sorgearbeit muss daher als ein zentrales Hindernis und Ausschlusskriterium für soziale und kulturelle Teilhabe von Kulturschaffenden ernstgenommen werden und es braucht praxis-nahe Lösungen, wie die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit geschlossen werden kann.

Der Lunch Talk skizziert einerseits die aktuelle Lage der Kulturbetriebe im deutsch-sprachigen Raum in Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit und Sorgeverantwortung, und andererseits, bietet er Denkanstöße und zeigt praxis-nahe Lösungswege auf, wie Kunst und Care zukünftig zusammen gehen können. Im Anschluss an den Talk gibt es Zeit für Fragen und einen Austausch mit den Teilnehmenden.

Dieser Workshop richtet sich an Menschen, die im weitesten Sinne im Kulturbetrieb arbeiten – egal ob als Freelancer:innen oder Angestellte, egal ob mit oder ohne Kinder. Das Thema geht uns alle etwas an.

Sascia Bailer ist Wissenschaftlerin, Autorin und Kuratorin, die an der Schnittstelle von Care, Gender und zeitgenössischer Kunst arbeitet. Sie promoviert an der Zürcher Hochschule der Künste und der University of Reading zu feministischem Kuratieren, Gender und Care. Als selbstständige Kuratorin konzipiert sie Ausstellungen (u.a., “Mothers*, Warriors, and Poets: Fürsorge als Widerstand,“ StadtPalais Stuttgart), hält Vorträge und Workshops (u.a., Goethe Institut, Documenta Fifteen, ZHDK, nGbk, Kunstbüro BW, LabK, INSTAR Cuba); als Mentorin begleitet sie Künstler*innen und Kollektive in ihren Prozessen (Fellows der Akademie Schloss Solitude; Maternal Artistic Research Studio). Als Autorin schreibt sie regelmäßig für das Monopol Magazin; 2020 erschien ihre Publikation "Curating, Care, and Corona" (Verlag der Arthur Boskamp-Stiftung) und 2023 ihr Artikel "Care for Caregivers" ´in dem Sammelband "Curating with Care" (Routledge). Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie "Letters to Joan" (2020, HKW) und der Künstlerinnenbücher "Re-Assembling Motherhood(s): On Radical Care and Collective Art as Feminist Practices" von Maternal Fantasies (Onomatopee, 2021), und "What We Could Have Become: On Queer Feminist Filmmaking" von Malu Blume (Onomatopee, 2021). Sascia Bailer hat international im Kunstbereich gearbeitet, unter anderem im MoMA PS1, im Haus der Kulturen der Welt und im Vera List Center for Art and Politics. 2019/20 war sie künstlerische Leitung der Arthur Boskamp-Stiftung in Norddeutschland. Sie absolvierte ihren MA von der Parsons School of Design und ihren BA von der Zeppelin Universität.


Datum/Zeit:
Dienstag, 21. November 2023
12.00 – 13.00 Uhr

Anmeldung:
Diese Veranstaltung findet online statt.
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Sprache: DE

Eintritt:
Eintritt frei