Agenda

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Veranstaltung
ZHdK
13.10.2019
John Cage - Europera
Toni-Areal, Halle, Ebene 3, Pfingstweidstrasse 96, Zürich

Studierende bringen John Cages Europera zur Aufführung. «For two hundred years the Europeans have been sending us their operas. Now I’m sending them back.» – JC «Über zweihundert Jahre haben uns die Europäer ihre Opern geschickt. Jetzt schicke ich sie ihnen zurück.» – John Cage

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Inhaltsangabe:

Das sensible Mädchen plant die Verteidigung des Waldes in der Stadt, über Jahre hinweg geschützt durch den jungen Mann, den sie heimlich heiratet. Während sie sich nach ihm sehnt, vertieft sie ihre Verzweiflung und wird gezwungen seinen Freund zu heiraten. Er bedauert ihre Absenz. Er präsentiert eine weisse Taube und sie verkleidet sich als Kapitän. Er kauft ein Liebeselexier. Sie stirbt. An einer ihrer ausserordentlichen Parties ignoriert er die Warnungen eines Astrologen, der von Gewissensbissen geplagt ist. Die Pistole schiesst versehentlich und erinnert ihn an den Heiligen Speer. Er stell den Riesen seiner Mutter vor und die beiden heiraten. Sogar ihre geliebten Verwandten fühlen eine ungewohnte Sympathie in der Nähe seines Schiffes. Er bringt sie auf dem Schlachtfeld erneut um. Sie überzeugt ihn, ihr sein Leben zu geben. Er stirbt. Frühmorgens erwacht ihre Liebe.

Über das Werk:

Die Europera ist eine Oper, zufällig zusammengestellt aus Opern des 18. und 19. Jahrhunderts. John Cage hasste die Oper – sie war eine «typisch europäische» Institution. Und mit der Europera plante er, eine Bombe darunter zu legen. 1987 wurde sie an der Frankfurter Oper uraufgeführt. Auch das Opernhaus Zürich machte im Juni 1991 eine Aufführung und die Rezensionen berichten von lauten «Bravo»- und «Buh»-Rufen. Sogar die Mitwirkenden waren teilweise unzufrieden: die Blechblassektion startete einen “tonalen Protest” indem sie plötzlich einen Marsch spielte. Im Gegensatz zum Gedanken des «Gesamtkunstwerks» in der klassischen Oper, wollte Cage die Musik, den Tanz, das Bühnenbild, das Licht, etc. als unabhängige Medien nutzen, die trotzdem in einer gemeinsamen Welt koexistieren. In einer Zeit des Individualismus und der Selbstverwirklichung finden wir dieses Werk aktueller denn je und möchten es deshalb heute, an diesem Ort auf die Bühne bringen.